EuGH verweist Rückforderungen von Spielverlusten weiterhin an nationale Gerichte
Frankie Braun · Jun 26, 2026

EuGH verweist Rückforderungen von Spielverlusten weiterhin an nationale Gerichte

Der Europäische Gerichtshof überlässt Entscheidungen über Rückerstattungsansprüche von Spielverlusten aus nicht lizenzierten Online-Glücksspielen weiterhin den nationalen Gerichten in Deutschland und anderen EU-Staaten, obwohl bereits mehrere Vorabentscheidungsersuchen und frühere Urteile vorliegen. Diese Praxis hinterlässt anhaltende Haftungsfragen für Betreiber ungelöst und sorgt für anhaltende rechtliche Unsicherheit im regulierten deutschen Glücksspielmarkt. Beobachter stellen fest, dass der EuGH seit Jahren auf Vorlageverfahren aus deutschen Instanzen reagiert, indem er die finale Klärung den Mitgliedstaaten überträgt.
Die Entwicklung der Vorlageverfahren
Deutsche Gerichte haben in den vergangenen Jahren wiederholt Fragen zur Auslegung von EU-Recht in Bezug auf Spielerverluste aus Online-Casinos vor 2021 an den EuGH gerichtet, doch das Luxemburger Gericht hat sich in mehreren Fällen darauf beschränkt, die Entscheidungskompetenz zurückzuverweisen. Im Juni 2026 zeigt sich, dass Verfahren wie jene im Zusammenhang mit den Aktenzeichen C-440/23 und verwandten Referenzen noch immer nicht abschließend geklärt sind. Betreiber sehen sich deshalb mit offenen Schadensersatzklagen konfrontiert, während Spieler auf mögliche Rückzahlungen warten.
Die nationale Umsetzung der Glücksspielregulierung in Deutschland bleibt dadurch maßgeblich, und Gerichte in den Bundesländern müssen Einzelfallentscheidungen treffen, ohne eine einheitliche europäische Linie als Grundlage zu haben. Experten haben festgestellt, dass diese Vorgehensweise bereits in früheren Urteilen angelegt war und sich bis in die aktuelle Rechtsprechung fortsetzt.
Auswirkungen auf Betreiber und Spieler
Betreiber von Online-Glücksspielangeboten stehen vor der Herausforderung, dass Haftungsrisiken aus vergangenen Geschäftsjahren nicht abschließend bewertet werden können, während Spieler in Deutschland weiterhin Ansprüche geltend machen. Die rechtliche Unsicherheit betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere EU-Länder, in denen ähnliche Vorlageverfahren anhängig sind. Nationale Gerichte entscheiden daher auf Basis ihrer eigenen Auslegung der EU-Richtlinien und nationalen Gesetze.
Im Juni 2026 dokumentieren Berichte, dass zahlreiche Verfahren in deutschen Oberlandesgerichten noch immer auf eine mögliche Leitentscheidung warten, die bisher nicht erfolgt ist. Die Verweisungspraxis des EuGH führt dazu, dass Betreiber unterschiedliche regionale Urteile berücksichtigen müssen und eine europaweite Harmonisierung der Rückforderungsansprüche ausbleibt.

Vergleichbare Entwicklungen in anderen EU-Staaten
Auch in weiteren Mitgliedstaaten verweisen Gerichte ähnliche Fragestellungen an den EuGH, erhalten jedoch häufig die Antwort, dass nationale Gerichte die konkrete Anwendung vornehmen sollen. Diese Muster wiederholt sich seit mehreren Jahren und hat bis Juni 2026 keine einheitliche Lösung hervorgebracht. Beobachter berichten von einer fortgesetzten Fragmentierung der Rechtsprechung, die Betreiber dazu zwingt, länderspezifische Risikobewertungen vorzunehmen.
Die Folge ist eine anhaltende Unsicherheit für alle Beteiligten, da weder Betreiber noch Spieler auf eine klare europäische Vorgabe zurückgreifen können. Nationale Gerichte in Deutschland und anderen Ländern bearbeiten die Fälle daher individuell und berücksichtigen dabei die jeweiligen nationalen Glücksspielgesetze.
Die aktuelle Lage im Juni 2026
Im Juni 2026 bleibt die Situation unverändert, da der EuGH auch in jüngsten Vorlageverfahren keine abschließende Entscheidung getroffen hat. Stattdessen wird auf die Zuständigkeit der nationalen Instanzen verwiesen, was die rechtliche Unsicherheit im deutschen Markt weiter aufrechterhält. Betreiber müssen mit anhaltenden Klagen rechnen, während Gerichte Einzelfallprüfungen durchführen.
Die Verweisungspraxis hat sich als beständig erwiesen und führt dazu, dass die Frage der Rückerstattung von Verlusten aus nicht lizenzierten Angeboten vor 2021 weiterhin offen ist. Aktuelle Berichte zeigen, dass mehrere Verfahren in deutschen Gerichten noch immer anhängig sind und auf eine mögliche Klärung warten.
Fazit
Die fortgesetzte Praxis des EuGH, Entscheidungen zu Spielerverlustrückforderungen an nationale Gerichte zu überlassen, sorgt für anhaltende rechtliche Unsicherheit in Deutschland und anderen EU-Ländern. Im Juni 2026 bleibt die Situation ungelöst, da Vorlageverfahren keine einheitliche europäische Antwort liefern. Betreiber und Spieler müssen daher auf die Entscheidungen nationaler Instanzen vertrauen, während die grundsätzliche Haftungsfrage weiterhin offen ist. Die Entwicklung zeigt, dass eine abschließende Klärung auf europäischer Ebene derzeit nicht erfolgt.