Gesetzesnovelle in Nordrhein-Westfalen eröffnet Wege für private Online-Casino-Anbieter
Devon Jenkins · Jul 28, 2026

Gesetzesnovelle in Nordrhein-Westfalen eröffnet Wege für private Online-Casino-Anbieter

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Online-Casino-Glücksspielgesetzes aus dem Jahr 2022 vorgelegt, der private Betreiber in die Lage versetzen soll, Lizenzen für Online-Casino-Spiele einschließlich Live-Dealer-Streams aus landbasierten Casinos über ein Vergabeverfahren zu erhalten, während bis zu fünf Dienstleistungslizenzen kurz nach Verabschiedung ausgeschrieben werden sollen. Der Entwurf durchlief die erste Lesung im Mai 2026 und erhielt am 10. Juli 2026 eine Empfehlung des zuständigen Ausschusses. Diese Schritte markieren den Fortschritt eines Verfahrens, das die bestehenden Regelungen des OCG NRW gezielt anpassen will, um zusätzliche Anbieterstrukturen zu ermöglichen.
Ursprünge des Online-Casino-Glücksspielgesetzes von 2022
Das OCG NRW aus dem Jahr 2022 schuf die rechtliche Grundlage für regulierte Online-Casino-Angebote im Bundesland und legte fest, welche Rahmenbedingungen für Betreiber und Spielerschutz gelten. Beobachter verfolgen seitdem, wie sich diese Vorgaben in der Praxis entwickeln und welche Anpassungen notwendig werden, damit private Anbieter neben bestehenden Strukturen tätig werden können. Der aktuelle Entwurf knüpft direkt an diese Basis an, indem er Verfahren zur Lizenzvergabe erweitert und Live-Dealer-Übertragungen aus stationären Casinos einbezieht.
Kernpunkte des Änderungsentwurfs
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass private Betreiber Lizenzen für Online-Casino-Spiele über ein Ausschreibungsverfahren erwerben können, wobei bis zu fünf solcher Dienstleistungslizenzen vorgesehen sind. Live-Dealer-Streams aus landbasierten Einrichtungen sollen dabei ausdrücklich zugelassen werden, sodass Anbieter hybride Angebote entwickeln können, die sowohl digitale als auch physische Spielumgebungen verbinden. Diese Regelung zielt darauf ab, die Vergabe transparent und wettbewerbsorientiert zu gestalten, während die bestehenden Vorgaben zum Spielerschutz weiterhin Anwendung finden.
Zeitlicher Ablauf des Gesetzgebungsprozesses
Im Mai 2026 erfolgte die erste Lesung des Entwurfs im Landtag, gefolgt von der Ausschussempfehlung am 10. Juli 2026. Diese Termine zeigen den Fortgang der Beratungen, bei denen Details zur Beschaffung und zu den Lizenzbedingungen geprüft werden. Nach Verabschiedung soll die Ausschreibung der bis zu fünf Lizenzen rasch einsetzen, sodass interessierte Betreiber sich in einem klar definierten Verfahren bewerben können. Die Unterlagen zum Gesetzentwurf liegen öffentlich vor und dokumentieren die vorgesehenen Änderungen im Detail.
Erweiterte Möglichkeiten für Live-Dealer-Angebote
Ein zentrales Element des Entwurfs besteht darin, Live-Dealer-Streams aus landbasierten Casinos in die Lizenzierung einzubeziehen. Dadurch können Anbieter Übertragungen realer Spieltische in ihre Online-Plattformen integrieren, ohne dass separate technische oder rechtliche Hürden entstehen. Diese Erweiterung baut auf den Rahmenbedingungen des OCG NRW auf und schafft eine Schnittstelle zwischen stationären und digitalen Angeboten, die bislang nicht in gleicher Form geregelt war.

Auswirkungen auf das Lizenzvergabeverfahren
Das geplante Vergabeverfahren soll bis zu fünf Dienstleistungslizenzen umfassen und wird nach der Verabschiedung des Gesetzes unmittelbar starten. Interessierte private Betreiber müssen sich an die festgelegten Kriterien halten, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Auswahl gewährleisten sollen. Behörden und Marktteilnehmer beobachten diesen Prozess, weil er zeigt, wie Nordrhein-Westfalen die Regulierung von Online-Casinos weiterentwickelt und gleichzeitig den Spielerschutz als verbindlichen Standard beibehält.
Einordnung in den gesamtdeutschen Kontext
Die Initiative in Nordrhein-Westfalen reiht sich in die laufenden Anpassungen des Glücksspielrechts auf Bundesebene ein, bei denen einzelne Länder ergänzende Regelungen treffen. Der Entwurf konzentriert sich dabei ausschließlich auf die Änderung des OCG NRW und vermeidet Überschneidungen mit anderen Gesetzen. Durch die zeitnahe Ausschreibung nach Verabschiedung entsteht ein klarer Fahrplan, der Betreibern und Aufsichtsbehörden Orientierung bietet.
Ausblick auf die Umsetzung
Nach der Ausschussempfehlung vom 10. Juli 2026 richtet sich der Blick auf die weiteren parlamentarischen Schritte und die anschließende Ausschreibungsphase. Die bis zu fünf Lizenzen sollen private Anbieter in die Lage versetzen, Online-Casino-Spiele und Live-Dealer-Streams unter einheitlichen Bedingungen anzubieten. Diese Entwicklung bleibt auf das Bundesland beschränkt und folgt den Vorgaben des geänderten OCG NRW, ohne andere Märkte direkt zu betreffen.
Schlussfolgerung
Der Gesetzentwurf zur Änderung des Online-Casino-Glücksspielgesetzes in Nordrhein-Westfalen schafft die Voraussetzungen für ein Vergabeverfahren mit bis zu fünf Lizenzen und integriert Live-Dealer-Streams aus landbasierten Casinos. Die erste Lesung im Mai 2026 sowie die Ausschussempfehlung vom 10. Juli 2026 dokumentieren den aktuellen Stand, während die geplante Ausschreibung unmittelbar nach Verabschiedung folgen soll. Alle genannten Elemente basieren auf den öffentlich einsehbaren Unterlagen zum Entwurf und beschreiben ausschließlich die im Gesetzgebungsverfahren vorgesehenen Regelungen.